Autokauf Australien
Autokauf in Australien
Schritt für Schritt zum Roadtrip-Abenteuer in Oz
„Mit einem Gebrauchtwagen kauft man auch immer die Sorgen und Probleme eines Anderen“
Ohne Auto ist man in Australien als Individualreisender so gut wie verloren: das öffentliche Verkehrsnetz stellt für Backpackertouristen eine Unzulänglichkeit dar, die die Reise per se zur Tortur werden lässt. Zum Glück ist es in Australien überhaupt möglich, als Tourist von Übersee ein Auto zu erwerben ohne gravierende behördliche Hürden überwinden zu müssen - wenn man sich auskennt! Der Gebrauchtwagenkauf in Australien ist vergleichbar mit dem Spiel "schwarzer Peter". Wer nicht länger als 2 Monate bleibt, reist mit einem Mietauto sicher günstiger, vor allem wenn man keine Ahnung von Autos hat.
Tipps vorweg: In Australien sind die Distanzen zwischen den Sehenswürdigkeiten astronomisch im Vergleich zu Europa. Bei der Autosuche sollte in diesem Sinne besonders auf geringen Spritverbrauch geachtet werden. Im Idealfall schafft man sich ein Erdgasfahrzeug an (LPG). Ausserdem ist es so gut wie nirgends an der Küste erlaubt, am Strand zu campen oder über Nacht zu parken. An der Surfcoast ist sogar das Schlafen im Auto untersagt. Natürlich gibt es überall Plätze, wo das nicht so ist. Diese sind jedoch schwer zu finden. Um Konflikte mit der Exekutive zu vermeiden, lohnt es sich ein Vehikel anzuschaffen, welches den Anschein erweckt, es handle sich um das Fahrzeug eines Einheimischen. Ein geschlossener weißer Kastenwagen ist geradezu optimal zum illegalen Campen. Je bunter desto auffälliger, und je auffälliger desto riskanter. Die Fahrzeuge werden günstiger, je weiter man sich von großen Städten entfernt. Autos mit West-Australien Registrierung sind weitaus günstiger zu erwerben und zu verkaufen. Der Kauf und Verkauf kann überall in Australien ohne Zusatzaufwand erfolgen.
Technische Hilfsmittel
Einige hilfreiche technische Hilfsmittel, die man mitnehmen sollte sind ein freigeschaltetes – wenn möglich - UMTS-fähiges Handy, ein nicht allzu kostbarer Laptop, 3-fach-Verteilersteckdose (man erspart sich somit den Kauf mehrerer Adapter) und Spannungswandler, falls schon einer zu Hause herumliegt. Wer aus Österreich ist und einen Drei-Hutchinson-Vertrag laufen hat, kann im Einzugsgebiet australischer Großstädte zum gleichen Tarif wie in Österreich telefonieren und surfen. Dabei sollte man sich über die Serviceline die Roamingfunktion sperren lassen, um sich nicht versehentlich in ein australisches Netz einzuwählen, was zum finanziellen Genickbruch führen kann.
Fahrzeugsuche per Mietauto
Da der Autokauf einige Tage Organisation und Recherchearbeit via Internet und Telefon beanspruchen kann und man vorab möglichst mobil sein sollte, zahlt es sich auf jeden Fall aus, ein Mietauto zu buchen. Die günstigsten Anbieter für Backpacker sind die eher peinlich designten Vehikel von Jucy-Rentals, Spaceship oder Wicked-Campers (ab 35 Dollar pro Tag exkl. Sachschaden-Versicherung, 45 Dollar inkl. Versicherung, doch dazu mehr im nächsten Punkt). Jucy-Rentals besticht allerdings mit seinen sogenannten Jucy-Deals. Man kann mit den auffällig grün-violetten fahrbaren Untersätzen nämlich für schlappe 5 Dollar in Top-Jugendherbergen parken, dort in seinem Wagen nächtigen, alle facilities nutzen und erste Bekanntschaften schließen. Die meisten Hostels sind zwischen Brisbane und Rockhampton angesiedelt. Man sollte gleich in den ersten Tagen zumindest eine Nacht in einem solchen Hostel nächtigen und eine Rechnung mit Anschrift und Namen verlangen, da man diese bei der amtlichen Autoregistrierung als offiziellen australischen Wohnsitz angeben muss und dies funktioniert bei 90 Prozent aller Hostels und Campingplätze, sofern man zumindest einmal dort eincheckt. Es sei schon an dieser Stelle erwähnt, dass man in NSW und QLD einen Beleg braucht, den man beim „Verkehrsamt“ (RTA) vorweisen muss. In den anderen Staaten gibt man irgendeine Wohnadresse an.
Mietauto-Zusatzversicherung
Mietet kein Auto ohne Zusatzversicherung. Fast alle Autovermieter bieten an, Objekte ohne Sachschadenversicherung zu mieten, wobei man dann mit einer saftigen „liability“ oder „bond“ (Pfand) dafür bürgt. In diversen Internetforen wurden horrende Anekdoten von Automietern recherchiert, die wegen banalster Sachschäden um einen Gutteil ihres hinterlegten Pfandes umgefallen sind. Da man das Vehikel ohnehin nur für etwa 6 Tage mieten muss, fällt es nicht so ins Gewicht, ein vollversichertes Auto zu nehmen. Wenn Kreditkarte (Punkt 2) und Mietauto organisiert sind, kann es ab zum Flughafen gehen! Ist man in NSW oder QLD gelandet, lässt man sich am besten mit dem Taxi zum Autovermieter bringen und lässt sich die Funktionsweise der vielen Campingfacilities des Mietwagens erklären und macht sich danach im Linksverkehr auf zum nächsten Einkaufszentrum, denn es gibt ein paar Dinge zu besorgen, die unabdingbar für die Suche und auch die weitere Reise sind.
Mobiltelefon
Hoffentlich hat man sein freigeschaltetes Mobiltelefon nicht zu Hause vergessen, denn ohne Handy ist man bei der Autosuche ein Niemand. Eine Optus-Wertkarte ist ab 30 Dollar zu haben, die Minute kostet 90 cent pro Minute, und ist somit einer der billigeren australischen Anbieter. Nur Telefonzellen sind günstiger. Man sollte immer zumindest 10 Dollar Guthaben parat haben, um im Notfall gewappnet zu sein. Bei Fahrten durch den Busch, schwindet die Empfangsqualität und strebt asymptotisch gegen Null. Besonders unangenehm ist dieser Umstand bei einer Panne im Funkloch. Österreicher, die einen Drei-Hutchinson-Vertrag haben, können im städtischen Einzugsgebiet zum österreichischen Tarif telefonieren, wobei man über die Serviceline die Roamingfunktion auf jeden Fall deaktivieren lassen sollte.
Navigationsgerät
Schon nach den wenigen Kilometern zum nächsten Einkaufszentrum wird man herausfinden, das ein Navigationsgerät von großem Wert sein könnte, den es spart nicht nur jede Menge Sprit, sondern verfügt auch viele nützliche Geodaten, wie etwa Standorte von Campingplätzen, Touristeninformationszentren oder Bibliotheken. Günstige GPS-Systeme sind bereits ab 120 AUD und stellen sich oft als überlebenswichtig heraus, wenn man zB schnell ein Krankenhaus benötigt. Standortdaten von Tankstellen, öffentlichen Parkplätzen, Einkaufszentren, Sehenswürdigkeiten usw. erleichtern die Reise ungemein.
Internetspots
Bibliotheken bieten nahezu überall gratis Internetzugang an und sind so ziemlich in jedem Dorf vorhanden. Sonst gilt es einen Starbucks, Mc Donalds oder eine andere Einrichtung mit gratis W-LAN-Zugang aufzusuchen. Aus Erfahrung bietet Mc Donalds nicht in jeder Filiale gratis wifi an, sehr oft findet man nicht einmal Steckdosen.
Recherche im Internet
Hat man Internetzugang, ein Mobiltelefon und ein vorübergehendes Leihvehikel, so kann man sich auf der C2C-Plattform www.gumtree.com.au ein Account erstellen (Telefonnumer muss angegeben werden). Campervans sind ab ca. 2.500 $ zu haben, wobei man beim Kauf besonders auf folgende Punkte achten sollte:
- Wo steht das Auto? Gumtree bieten eine Distanzfunktion bei der Suchanfrage an
- In welchem australischen Bundesstaat ist das Auto registriert? Am einfachsten ist es, ein Auto zu kaufen, dass in dem Bundesstaat angemeldet ist, in dem man sich befindet.
a) Aktuelle Lage und Herkunft des Fahrzeugs
Da man sich hauptsächlich im Umkreis der angeflogenen Stadt aufhalten und umschauen wird, ist es vorteilhaft ein in deren Staat registriertes Fahrzeug zu kaufen, da sowohl Käufer, Wohnsitz des Käufers (Hostel-Beleg), Verkäufer und das Verkehrsamt dort vor Ort sind. Mit Zunahme der geographischen Distanz zwischen diesen Faktoren nimmt der Aufwand des Autoerwerbsprozederes erheblich zu und verursacht zudem einiges an Kraftstoffkosten. Das Problem ist, dass man ein in QLD registriertes Auto auch nur beim Verkehrsamt in QLD ummelden kann. Gleiches gilt für alle anderen Staaten mit Ausnahme WA, wo man eine Ummeldung via Internet und Telefon erledigen kann. Besonders einfach ist der Verkauf und Erwerb eines in WA registrierten Fahrzeugs für Backpacker. (siehe
www.transport.wa.gov.au/licensing/20417.asp ). Auch in SA ist die Abwicklung um ein vielfaches einfacherer, wobei man hier den Wohnort (Hostel- oder Campingplatzrechnung) nachweisen muss. NUR ein in WA registriertes Fahrzeug kann von überall ge- und verkauft werden, ohne ein Amt zu besuchen oder einen Wohnsitz nachzuweisen.
b) RWC (Road Worthy Certificate)
Es ist absolut empfehlenswert, ein Fahrzeug mit einer WA- oder SA-Registrierung zu kaufen, da es dort kein gesetzlich vorgeschriebenes Road Worthy Certificate (RWC) gibt. Auf den ersten Blick mag dies nun Paradox erscheinen, für den Reisetouristen bringt dies jedoch jede Menge Vorteile mit sich. Allein die Gebühren, Umkosten und Strapatzen, die beim Erwerb eines nicht WA-registrierten Autos anfallen, können den Beginn und das Ende der Reise in ihrer Stimmungslage drücken.
Das RWC entspricht dem deutschen TÜV oder dem österreichischen Pickerl, muss jedoch nur einmal bei der Neuregistrierung eines Fahrzeuges organisiert werden und danach nur bei jedem Besitzerwechsel wieder gemacht werden: die Problematik hierbei liegt in der Tatsache, dass die meisten Mechaniker die missliche Lage der Backpacker ausnutzen, und jede Kleinigkeit beanstanden um die Reparaturkosten in die Höhe zu schrauben.
d) Die Registrierung (Rego)
Danach muss man nur regelmäßig die Rego verlängern. Die Rego ist nichts anderes als eine effektive Steuereinnahmequelle, wobei 6 Monate um die 300 bis 400 Dollar kosten. Man sollte also immer nach Autos mit langer Rest-Regolaufzeit Ausschau halten. Niemals sollte man ein Fahrzeug mit abgelaufender Rego kaufen(außer in SA und WA, wo es ohnehin kein RWC gibt), da man sonst die Kosten des RWC trägt. Ohne Rego darf man übrigens ab Ablaufdatum weitere 15 Tage fahren. Binnen dieser Frist sollte man bei Gelegenheit beim Verkehrsamt vorbeischauen, um die Rego zu verlängern. In WA läuft auch das über Internet ab, während QLD noch Mittelaltermethoden anwendet. Das Formular zur Verlängerung bekommt der Besitzer 6 Wochen vor Ablauf der Rego-Frist auf seine Postadresse zugesandt (siehe auch Punkt 11: Wozu eine Postadresse?).
c) Das Safety Certificate
In QLD und VIC ist zusätzlich zum Rego, welches übrigens auch die Insassenversicherung darstellt, und zum RWC ein sogenanntes Safety Certificate von Nöten. Letzteres ist vom Verkäufer zu organisieren und ab Ausstellung 14 Tage gültig. Dazu muss man/der Verkäufer eine autorisierte Werkstatt aufsuchen. Die durchgeführten Sicherheitstests an Bremsen, Beleuchtung etc. sind meist mehr als oberflächlich und tragen nichts oder nur sehr wenig zum qualitativen Mehrwert und zur Sicherheit des Fahrzeugs bei. Es obliegt in Australien stets dem Käufer, einen gründlichen Autocheck durchzuführen und dabei - je nach auftretenden Mängel – den Kaufpreis von Grund auf neu zu verhandeln.
d) Diesel, Benziner oder LPG?
Kann man es sich aussuchen, einen mit Diesel, Benzin und/oder LPG (Erdgas) betriebenen fahrbaren Untersatz zu erwerben, sollte man bedenken, dass Diesel in Australien zwar ca. um 15 Cent pro Liter teurer ist, dafür aber wesentlich weniger Kraftstoffverbrauch aufweist. Bei langen Reiserouten zahlt es sich daher aus, bevorzugt nach Dieselfahrzeugen Ausschau zu halten. Im Optimalfall erwirbt man ein LPG-Benziner-Dualsystemfahrzeug, bei dem man per Knopfdruck zwischen Benzin und Erdgas umschalten kann. Vorteil: der Kilo Erdgas kostet zwischen 50 (urbaner Bereich) und 80 cent (ländlicher Raum), wobei der Verbrauch dem fossiler Brennstoffe entspricht. Bei längeren Roadtrips spart man sich durch LPG soviel Geld, dass es sogar zur kompletten Amortisierung der Fahrzeuganschaffungskosten handelt. Es lohnt sich auf jeden Fall, nach Fahrzeugen mit LPG-Injektion zu suchen. Der Benzinpreis (unleaded) beträgt derzeit (Oktober 2011) zwischen 1,40 Cent in den östlichen Bundesstaaten und bis zu 2 Dollar in Western Australien. Da die Outback-Tankstellen eher rar gesät sind, verlangen diese bedeutend mehr für den Liter. Es ist auch ratsam, immer einen aufgefüllten Kraftstoffkanister mitzuführen, wenn man sich in die unendlichen Weiten des Australischen Hinterlandes begeben möchte.
e) Technischer Zustand
Es macht nichts, wenn die Sitzbezüge nichts hermachen, oder der Auspuff laut ist. Wichtig ist, das der Motor nicht schlapp macht. Perfekter Weise verfügt der Verkäufer über eine „car history“ (Autogeschichte), in der alle Belege von durchgeführten Reparaturen drinnen sind. Sobald am Motor herumgepfuscht wurde, lässt man besser die Finger davon. Hat man schon eine Mitgliedschaft bei einem Australischen Automobilclub, so kann man sich das Fahrzeug dort kostengünstig durchchecken lassen und sollte dabei auch gleich einen Kompressionstest durchführen lassen. Bei einem Kompressiontest wird die einwandfreie Funktion des Motors geprüft. Nichts ist ärgerlicher, als ein Fahrzeug mit einer kaputten Zylinderkopfdichtung oder einem fehlerhaften Zahnriemen (timing belt) zu kaufen. Diese Regel gilt es immer einzuhalten: Keine Motoren mit 2nd-hand Zylinderköpfen aus Aluminium, Nachbaukupplungen, die dahinschmelzen wie Butter oder getauschter Nockenwelle (cam shaft). Jeder kleine Fehler beim Einbau kann wenige Tausend Kilometer später zum Alptraum werden. Die Probefahrt kann nie zu lang sein: Der Motor sollte immer komplett warm gefahren werden, damit man beobachten kann, ob er schnell erhitzt, oder kühl bleibt. Nachdem man den Motor heiß gefahren ist, öffnet man nocheinmal den Motorraum und vergewissert sich, ob irgendwo Kühlwasser oder Öl austritt. Grundsätzlich ist ein Motor, der selbst bei stop-and-go-Verkehr schön kühl bleibt völlig in Ordnung. Hände weg von Heißläufern! Besonders in der tropischen Sonne, erleiden solche Motoren einen Hitzeschlag. In Australien haben es sich viele zum Hobby gemacht, alte Vans günstig einzukaufen, aufzupimpen und erheblich teurer an Backpacker weiterzuverkaufen. Es ist bekannt, dass hier üble Abzocker ihr Unwesen treiben, und Autos, die kurz vor dem Motorschaden sind, noch für ein paar Tausend AUD an ahnungslose Backpacker abtreten, die nicht wissen, wie der Hase in Oz läuft. Unfreundliche Verkäufer sind die seriöseren. Don’t get ripped off, mate!
f) Kaufstrategie
Es zahlt sich aus stundenlang nur auf gumtree.com.au zu verbringen, um im Falle eines Schnäppches sofort zuschlagen kann. Es gibt nämlich immer wieder absolute Hammerangebote von Australienreisenden, denen Geld herzlich egal ist. So kann man mit ein wenig Glück Top-Backpackervans mit allem Drum und Dran um 2.500 AUD mit mehreren Monaten Rego ergattern. Man muss jedoch blitzschnell reagieren, da diese binnen weniger Minuten auch schon wieder verkauft sind. Normale PKWs sind auch schon ab 600 AUD erhältlich und reichen völlig aus, die Küste abzuklappern. Es lohnt sich auch, mit einem Mietwagen ins Stadtumland auszuschwärmen um dort nach einem Gebrauchtwagen zu suchen. Landet man beispielsweise in Sydney, so spart man sich durch einen Ausflug nach Wollongong, Shellharbour und Co. sicher eine Stange Geld. Selbst Fahrzeuge von Gebrauchtwagenhändlern in perfektem Zustand bekommt man um 2000 bis 3000 EUR günstiger als etwa in der Innenstadt Sydneys. In Australien sollte man sich niemals ein Auto kaufen, welches Aufsehen erregt. Am besten eignet sich ein hinten geschlossener weißer Kastenwagen ohne jeglichem Schnickschnack.
Das Verkehrsamt
Hat man sein Traumauto gefunden, geht es an die Papierarbeit und zum Verkehrsamt bzw. vorerst auf deren Webseite um zu checken, ob noch unbezahlte Strafgelder auf der Registrierungsnummer vorhanden sind. Auf den Internetseiten der staatsspezifischen Verkehrsämter (http://australia.gov.au/topics/transport/registration-and-licences) findet man sämtliche Informationen zum behördlichen Ablauf des Autokaufs und –verkaufs, sowie Registrierung, Formulare usw.
Wozu eine Postadresse?
Zwei Wochen später bekommt man seine Papiere und einen Sticker, den man auf die Windschutzscheibe klebt zugesandt. Ein Reisender wird möglicherweise gleich nach Erwerb des Wagens die Tour beginnen, insofern bietet sich ein Nachsendeauftrag (redirection order) von einer Postadresse zur anderen an. Dieser kostet in Australien ca. 15 Dollar für 1 Monat und ist von jedem Postamt aus über ein Formular beantragbar. Es sind auch kürzere Fristen für weniger Geld. Der Auftrag ist jedoch erst 3 Tage nach Antrag aktiv. Beim RTA gibt man als Postadresse einfach ein Postamt an, in dessen Nähe man sich in den nächsten 2 Wochen befinden wird. Gleiches ist wider um 7 Wochen vor Ablauf der Rego zu tun, allerdings mit nur 7 Tagen „Postamt-Vorausplanung“. Die Briefe werden dort zwischen 2 und 4 Wochen aufbewahrt und bei Nicht-Abholung entsorgt. Dabei gilt es einen „care-of“-Vermerk anzugeben, wie zB c/o Main Postoffice Cairns, Max Mustermann). Diese Vorgehensweise ist in Australien Gang und Gebe und ausgesprochen sinnlos, wenn man bedenkt, wie angenehm die Abwicklung via e-mail wäre.
Hat man die RTA erfolgreich verlassen, ist man offizieller Besitzer seines vorübergehenden Schneckenhauses.
Road Assistance Insurance
Hat man das ganze Prozedere nun hinter sich und möchte man mit seinem Vehikel endlich den roten Kontinent unsicher machen, stellt sich noch die Frage, ob es nicht von Vorteil sein könnte, einen Jahresvertrag mit einer Road Assistance Insurance abzuschließen. Man sollte sich auf deren Webseite über die regionale Reichweite des Services und versteckten Kosten informieren.
Schadensprävention
a) Bei alten Fahrzeugen sollte man so circa alle 8.000 bis 11.000 Kilometer einen Ölwechsel vornehmen und zumindest alle 500 Kilometer den Kühlwasserstand überprüfen. Eine undichte Stelle im Kühlkreislauf kann schnell zum Überhitzen des Motors und in weiterer Folge – und das geht sehr schnell – zu einem Motorschaden führen. Die Kosten belaufen sich dabei auf mindestens 1.000 Dollar, je nach Höhe des Schadensausmaßes und Der Temperaturanzeiger verdient gleich nach dem Tachometer die größte Aufmerksamkeit, denn ein Überhitzer kann sehr teuer werden!
b) In Australien gibt es in jedem Autohandel sogenannte „ultrasonic whistles“ (Ultraschallpfeifen), welche einfach auf die Stoßstange geklebt werden und ein für Kängurus unerträgliches Schallspektrum verbreitet und somit verhindert, dass diese besonders bei Fahrten in der Dämmerung oder bei Nacht in Richtung Scheinwerfer laufen (4 Stück kosten circa. 5 Dollar).
c) Mit alten Autos sollte man sich niemals auf unbefestigte Straßen, die über mehrere Kilometer durch die Wildnis führen, einlassen: Achsbruch, Motorschaden auf Grund zu heftiger Erschütterungen, Auspuffbruch, Steckenbleiben usw. können die Folge sein und verdammt teuer werden und unter Umständen lebensgefährlich sein, wenn zB Nachts in tropischen Nationalparks verkehrt und zum erliegen kommt (Krokodile, Spinnen, Schlangen etc.)
d) Nie schneller als 100 km/h fahren und ständig Kühlwasser checken. Bei sehr heißen Tagen sollte man besonders Acht geben, dass der Motor nicht überhitzt. Ein Überhitzer kann schnell das Ende des Australienurlaubs bedeuten und zu erheblichen Zusatzkosten führen.
Sachschaden-Versicherung
Neben dem bereits erworbenen Rego, welche die Insassenversicherung abdeckt, empfiehlt es, sich eine sogenannte „third property insurace“ zu besorgen. Die günstigste und am einfachste Variante bietet die Versicherungsgesellschaft AAMI an. Bei AAMI gibt es ein Online-Formular, in welches man seine persönlichen Daten, sowie Fahrzeugdaten und Kreditkartennummer angibt. Die Versicherung deckt Schäden an Fremdeigentum und ist insofern zu empfehlen, als sie relativ günstig ist (10 AUD – 30 AUD für einen älteren Campervan).
Die Panne
Die Roadassistance kann nicht mehr helfen? Es bleibt nur mehr die Option übrig, abgeschleppt zu werden? Dann hängt es stark vom Verhandlungsgeschick des Liegengebliebenen ab, die Kosten zu mindern. Der Mechaniker sollte schnell zum Freund werden. Nette Pläuschchen und kleine Geschenke erweichen das Herz und schützen vor Abzocke. Es ist auf jeden Fall von Vorteil, sich schon vor der Abreise das nötige „Autovokabular“ anzueignen. Ein kaputtes Auto ist in Australien nun einmal nicht loszukriegen und die Autoverschrotter („wrecker“) zahlen nur eine Bagatelle. Man darf sich in der Werkstatt nie eingestehen keine Ahnung von Autos zu haben und sollte stets einen fachkundigen Eindruck hinterlassen, um die Gefahr zu vermindern, über den Tisch gezogen zu werden. Niemals mit Geld prahlen und auch nicht den Anschein erregen, man hätte welches.

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